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09.05.2017

Symposium von IIGM & RED zeigt blinde Flecken in der Diabetesversorgung auf

Kategorie: IIGM, data experts Firmenverbund

K. Hodeck (links), Prof. Dr. Schickel (Mitte), Dr. A.-K Meyer (rechts),

Bild: IIGM

Berlin, den 08.05.2017: IIGM & RED-Institut machen in eigenem Symposium mit Unterstützung der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG) auf Herausforderungen in der interprofessionellen Betreuung von Menschen mit Diabetes aufmerksam. Mit über 6,5 Millionen Betroffenen gehört der Diabetes mellitus zu den häufigsten chronischen Erkrankungen in Deutschland. Die Stoffwechselerkrankung spielt zu Unrecht oft nur eine Nebenrolle im Bewusstsein vieler Gesundheitsversorger. In dem gut besuchten Symposium auf dem 5. Interprofessionellen Gesundheitskongress in Dresden wurden anhand von Versorgungsbeispielen blinde Flecken in Therapie und Pflege thematisiert. So spielte beispielsweise die korrekte Diagnose des Diabetes-Typs eine entscheidende Rolle für die erfolgreiche Versorgung. Besonders die weniger verbreiteten Diabetes-Formen Typ-1 und Typ-3c benötigen zukünftig mehr Aufmerksamkeit. Bei steigenden Lebenserwartungen ist mit einem Zuwachs an Pflegebedürftigen mit diesen selteneren Varianten zu rechnen. „Bislang sind viele Versorgungsteams ambulant und klinisch nicht ausreichend darauf vorbereitet“, berichtet Katja Hodeck, Institutsleitung des IIGM. Frau Dr. Ann-Kathrin Meyer, Chefärztin der Geriatrie am Ida-Wolff-Krankenhaus in Berlin, lenkte den Blick auf die Komplexität der Diabetestherapie bei Demenzerkrankten. „‘Ein bisschen Zucker, das macht doch nichts‘ ist immer falsch, denn es gilt, die Lebensqualität der Patienten zu stärken. Vermieden werden müssen sowohl Unterzuckerungen, da Stürze, Herzinfarkt, Schlaganfall und Demenz drohen als auch Überzuckerung mit Austrocknung, Delir, Inkontinenz und Infektionen, welche die Autonomie des geriatrischen Patienten verschlechtern. Menschen mit Demenz bedürfen dabei einer besonders umfänglichen Fürsorge und Unterstützung.“ Prof. Dr. Stephan Schickel aus Leipzig gab anhand von unbefriedigenden Erfahrungen in der transsektoralen Zusammenarbeit Einblick, weshalb eine Klinik sich auf den Weg zur Zertifizierung „Klinik für Diabetes-Patienten geeignet“ der DDG gemacht hat. Offen für neue Ideen, wurde auch kurzfristig der neue Überleitungsbogen Diabetes mellitus zum gegenseitigen Austausch versorgungsrelevanter Informationen in der Schnittstelle Klinik und Häuslichkeit einem ersten Praxistest unterzogen: mit positivem Ergebnis. Die Gäste des Symposiums wurden eingeladen den vom Arbeitskreis Diabetes-Pflege-Management der AG Geriatrie und Pflege DDG entwickelten Überleitungsbogen im Rahmen der Pilotphase selbst auszuprobieren. Mit einem Rätsel führte Prof. Schickel unterhaltsam zu seinem Fazit: „Wichtig“, so Prof. Dr. Schickel, „ist es, sich von den eigenen Sachzwängen lösen zu können und den Sichtweisen der Menschen, mit denen wir zusammen arbeiten, Raum geben zu können.“

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